Was ist Traumasensibles Yoga?

Durch Bewegungs-, Atem- und Meditations-Übungen wird die Körperwahr-
nehmung geschult.
Dabei werden Bewegungsübungen wahrnehmungsorientiert, nicht leistungsorientiert ausgeführt. Die Aufmerksamkeit des Übenden ist nach Innen gerichtet. Auf der Grundlage einer stabilen Selbstwahrnehmung können sich Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit zur Selbstregulation entwickeln. Durch das Einnehmen bestimmter Haltungen und die bewusste Wahrnehmung des Körpers können Grenzen erfahrbar gemacht werden, was wiederum die Selbstwahrnehmung des Übenden stärkt. Traumatas führen zu Immobilität und Erstarrung. Sanfte Bewegungen, Schütteln, Dehnen, Hüpfen können dabei helfen, sich aus dieser Erstarrung zu lösen.

 

Für wen eignet sich Traumasensibles Yoga?

Bei einem Trauma handelt es sich um eine starke psychische Erschütterung oder "seelische Verwundung", die eine Bedrohung für das Leben oder die körperliche oder psychische Unversehrtheit des Betroffenen darstellt und daher einer ärtzlichen oder psychotherapeutische Behandlung bedarf. Gemäss dem Biophysiker, Psychologen, Psychotraumatologen und Autor Peter Levine ist ein Trauma die biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine als lebensbedrohlich erfahrene Situation. Die Folge ist eine Regulationsstörung im autonomen Nervensystem, die nach einer körperlichen Vollendung des unterbrochenen Zyklus, und einer Harmonisierung des autonomen Nervensystems verlangt. Da das Üben von traumasensiblem Yoga starke emotionale Reaktionen hervorrufen kann, ist es wichtig, dass Betroffene zuvor stabilisiert werden. Traumatisierte Personen, die in der Yoga Therapie oder auch in der Polarity Therapie mit traumasensiblen Yogaübungen in Kontakt kommen, befinden sich daher idealerweise in einer Psychotherapie oder haben diese abgeschlossen. Die Wirksamkeit einer Therapie wird zu einem grossen Mass durch die Qualität der Beziehung zwischen Klient:in und Therapeut:in beeinflusst.