Der Verein Your Breath Matters, ehem. Ujjayi Matters

Der Verein wurde im Februar 2017 gegründet mit dem Ziel, Sexarbeitenden in heraus-fordernden Lebenssituationen, Transgender Personen, Männer und Frauen, Yoga auf Donation-Basis anzubieten. Die ehemalige Namensgebung «Ujjayi Matters» bedeutet soviel wie die Ujjayi-Atmung ist wichtig. Die Ujjayi-Atemtechnik aus der Yogapraxis soll dem Übenden oder der Übenden dabei helfen, sich auf die Verbindung zwischen Körper und Geist einzulassen. Übersetzt bedeutet «Ujjayi»  siegreich. Siegreich kann die Atmung werden, wenn sie den Übenden oder die Übende dabei unterstützt, den Gedankenfluss zu beruhigen. Ujjayi kann, gemäss der klassische Yogaschrift Hatha Yoga Pradipika, im Gegensatz zu anderen Atemtechniken aus dem Yoga, zu allen Anlässen geübt werden. Die Ujjayi-Atmung ist eine hörbare Atemtechnik. Durch das regelmässige Ein- und Ausatmen durch die Nase bei geschlossenen Lippen und einer leichten Verengung der Stimmritze, entsteht ein sanftes Rauschen in der Kehle, das an das Rauschen des Meeres erinnert. Das Geräusch gibt dem Übenden oder der Übenden eine direkte Rückmeldung dazu, ob zu viel oder zu wenig Spannung auf den Stimmbändern liegt und ob mit zu viel oder zu wenig Kraft geübt wird. Die Ujjayi-Atemtechnik kann in fordernden Momenten als Verankerung im gegenwärtigen Moment praktiziert werden. 
Von Juli bis Dezember 2017 wurde mit finanzieller Unterstützung des
Sozial
departements der Stadt Zürich ein Pilotprojekt «Yoga for Sexworker» durchgeführt. 
Im Oktober 2017 wurde der Verein aufgrund gemeinnütziger Tätigkeit von den Steuern befreit. Von März 2018 bis Oktober 2020 erfolgten verschiedene Zusagen von Therapeut:innen und Yogalehrer:innen für offene Angebote für die Zielgruppe, wie kostenlose Yogaklassen für Sexarbeitende gegen Abgabe eines Flyers, TRE® im geschützten Rahmen oder vergünstigte Yoga-Klassen für IV-Bezüger:innen. Da sich  Sexarbeiter:innen oftmals in prekären finanziellen Situationen befinden, wurde auch eine kostenlose telefonische Rechtsberatung zur Verfügung gestellt. Die Angebote wurden von der Zielgruppe nicht genutzt. 
Im Januar 2021 sagte die Prävention und Gesundheitsförderung des Kantons Zürich zu, einen Teil des überarbeiteten Projekts «Ujjayi Matters – Alternative & Complementary Medicine» zu finanzieren. Die Arud, Zentrum für Suchtmedizin, anerbot sich als Projekt- Co-Trägerschaft. Der zweite Teil der Finanzierung kam durch Fundraising nicht zusammen. Daher, und auch aufgrund der SARS-CoV2-Pandemie, wurde das Projekt bis auf Weiteres sistiert. Im überarbeiteten Projektkonzept wurde definiert, dass die Zielgruppe nicht einzig von offenen Yogaklassen und Yoga Therapie, sondern auch von weiteren gesundheitsfördernden Angeboten aus der Alternativen und Komplementären Medizin profitieren können soll. 
Im Frühling 2022 wurde der Vereinsname von «Ujjayi Matters» auf «Your Breath Matters» angepasst. Gemäss Aussagen der Sozialorganisationen, welche mit Sexworker:innen arbeiten, ist die Nachfrage nach Alternativ- und Komplementärmedizin nicht allzu gross. Laut Chantal Riedo, FIZ, Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, konzentrieren sich die Klient:innen in erster Linie darauf, Geld zu verdienen. Diejenigen Klient:innen, welche sich für Alternative und Komplementäre Medizin interessieren, werden von der FIZ mit dem Verein «accompagno» vernetzt. Da «accompagno» den Bedarf in Zürich gut abdecken kann, wird das Angebot von «Your Breath Matters» angepasst. Der Schwerpunkt liegt neu auf der Begleitung von Sexarbeitenden und Suchterkrankten in akuten Krisensituationen. Das Netzwerk «Your Breath Matters» bleibt weiterhin bestehen, d.h. die Vermittlung von Alternativ- und Komplementär-Therapeut:innen oder die Empfehlung von Yogaunterricht sowie die telefonische Rechtsberatung gehören nach wie vor zum Angebot. Da Sexarbeitende und Suchterkrankte sich oftmals in finanziell schwierigen Situationen befinden und in den seltensten Fällen über eine Zusatzversicherung verfügen, müssten anfallende Kosten gemäss den Richtlinien der SKOS über die Situationsbedingten Leistungen SIL der Sozialhilfe abgerechnet werden können. Der Verein «Your Breath Matters» empfiehlt bei grösserer Nachfrage den Ausbau der Situationsbedingten Leistungen SIL in der Sozialhilfe. Bildung und Gesundheit fördern!